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Theorien.... Wie der Schafpudel entstanden ist, darüber gibt es viele Theorien. Doch ist letztlich nicht geklärt, welches seine Urahnen sind.
Der Gebrauch bestimmt die Form ...Hütehunde wurde nie auf Aussehen gezüchtet. Noch heute haben Schäfer selten einen “reinrassigen” Hund bei sich. Und dennoch sind es keineswegs Zufallsprodukte, die sie mit sich führen, sondern Hunde, die einer strengen Zuchtauslese über Generationen entstammen. Auf das Äussere wird freilich kein Wert gelegt, aus- schlaggebend ist einzig und allein die Gebrauchstüchtigkeit. Die Auslese ist dementsprechend hart. Der Gebrauch bestimmte die Form. Jede Art von Schafhaltung erfordert einen auf seine Aufgaben spezialisierten Hund. Das Aussehen eines Hundes wurde weitgehend von den Erfordernissen der Landschaft und des Klimas bestimmt.
Zotthaar schützte in trockenen Gegenden gegen Sonne, Kälte, Wind, Stürme und Dornengestrüpp. In den Mittelgebirgen bewährte sich eher ein kleiner beweglicher Hund, während die Hütehunde der Niederungen stattlicher, hochbeiniger mit weit ausgreifendem Trab waren, die viele Kilometer mühelos zurücklegen konnten. In den Niederungen herrschte Ackerbau vor. Hier musste ein Hund ständig an der Herde auf und ab laufen, damit nicht wertvolles Saatgut oder Getreide anstatt des Wildwuchses am Feldrain abgefressen wurde. Und die Größe des Hundes wurde sicherlich auch durch die Größe der in einer Landschaft gehaltenenen Schafrasse beeinflußt. Wie stark das Aussehen von der Landschaft abhängig ist, zeigt das Beispiel der Kuhhunde. So unterscheidet sich der Siegerwälder vom Westerwälder Kuhhund durch die hängenden Ohren. Denn für das Hüten auf dem Hauberge eigneten sich die schlappohrigen besser, da sie in hohen Gräsern nicht so oft Ohrenentzündungen bekamen. 
Primitive Rassenzüchtung...Bewährte sich die Wahl solcher Exemplare für den Dienst des Hütehundes, so suchte man dieselben mit ähnlichen Typen zu paaren. Das ist der primitive Weg aller Rassenzüchtung.Diese "primitive Rassenzüchtung" ist eine Erklärung für die grosse Ähnlichkeit zwischen einem Berger Beauce aus Frankreich und einem Deutschen, Belgischen oder Holländischen Schäferhund, oder die auffallende Ähnlichkeit zwischen einem Berger des Pyrénées,holländischen Schapendoes, einem Pon oder eben einem Schafpudel.
Ursprung in Asien .... Neben dieser Theorie, die eine Entstehung der Schafpudel aufgrund der veränderten Erfordernisse in der Schafhaltung und der landschaftlichen Gegebenheiten postuliert, besagen andere Theorien, eine Verwandtschaft mit dem ungarischen Komondor. Der Ursprung dieser Rasse ist sehr alt. Bei Ausgrabungen in der biblischen Stadt Ur, der Hauptstadt des sumerischen Volkes, fand man Tontäfelchen, auf denen große u. zotthaarige Hunde zusammen mit Rindern abgebildet und in Keilschrift mit KU-MUND-UR bezeichnet waren. Dieser Hund soll dann mit Dschingiskhan und seinen Mongolen im 12. Jahrhundert nach Europa gekommen sein.
Ursprung in Spanien .... Eine weitere Theorie vermutet den Ursprung zotthaariger Hütehunde in Spanien. Mitte des 18. Jahrhunderts genehmigte die Spanische Regierung erstmals den bis dahin per Gesetz verbotenen Export von Merinoschafen. Der Geschichte nach gelangten bereits 1797 die ersten Merinoschafe - auf dem Landweg – bis nach Russland. Eine Herde konnte zwischen 2500 und 8000 Tieren betragen. Die Reise dauerte bis zu 2 Jahren. Ob dabei nur Hirtenhunde oder auch Hütehunde die Reise begleiten, ist umstritten. In einer Reisebeschreibung württembergischer Gesandte, die in Spanien im Jahre 1778 Schafe kauften, findet sich keine Hinweise, dass ihre Schaf- herde überhaupt von Hunden begleitet wurden. Es gibt jedoch mehrere Aussagen über das Aussehen dieser Hunde. Manche sagen sie ähnelten dem Asturische Hirtenhund, andere behaupten eher dem Deutsche Schafpudel. Jedenfalls sind es zottelhaarige Hunde gewesen.
Zwei weitere Theorien.... Stephanitz (1932) nennt noch zwei weitere Theorien: Nach Flemming sollen die Zotthaarigen aus dem Norden, besonders aus Island eingeführt worden sein. Nach einer anderen Auffassung sollen die Braunschweiger Zotthaarigen, unter denen viele Stummelruten zu finden waren, vom altenglischen Schäferhund abstammen. Offiziere der englisch- hanno- verschen Legion hätten bei deren Auflösung vor rund 100 Jahren solche Hunde mit herüber gebracht. Stephanitz ist selbst aber davon überzeugt, daß sich die zotthaarigen Hütehunde aus den vorhandenen Schlägen, vielleicht unter Einkreuzung von Hunden, die mit Schafherden durchzogen.
Polen als Ursprungsland.... Vielleicht jedoch waren die zotthaarigen Hunde schon sehr viel früher an der Herde beschäftigt als wir gemeinhin annehmen. Dies wird durch eine Anekdote unterstützt, welche Mrs. Willison, die Züchterin von Bearded Collies, berichtet: Um 1415 trieben die Polen mit anderen Ländern Handel und es existieren genaue Aufzeichnungen über die Geschäfte eines gewissen G. Grabski, der mit seinem Handelschiff von Danzig nach Schott- land segelte, um Getreide gegen schottische Schafe zu tauschen. An Bord seines Schiffes segelten auch sechs “Hütepudel”. Schließlich wurden drei dieser Hunde für einen geringen Preis an einen schottischen Schäfer verkauft, der sie ihre Arbeit wegen sehr bewunderte”.
1906 schrieb Rittmeister W. v. Stephanitz in ”Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild” über diese Rasse: ”Gegen Westen zu, in Polen und Galizien, findet sich als Übergangsform der sogenannte Polnische Schäferhund, ein kleiner Zotthaariger, der unseren Altdeutschen im Osten - Ost- und Westpreußen, Posen, Oberschlesien - entspricht und wie diese auch zum Hüten und zum Treiben dient.”
Der Schafrüde als Urahn .... Oppermann (1996) hingegen vermutet, daß der Schafrüde der Urahn des zotthaarigen altdeutschen Schäferhundes war. Die kleineren und leichteren Pudel seien dann später aus dem altdeutschen Schäferhund und kleineren europäischen Rassen gezüchtet worden. Opermann nimmt daher an, daß der “Schafrüde” oder “Altdeutsche” (nach Stephanitz) nicht der Schafpudel sei, sondern der zotthaarige Altdeutsche Schäferhund.
Viel Theorie und das Fazit? .... Die Entwicklung eines natürlichen Hundetypus ist immer von verschiedensten Faktoren abhängig: 1. Die Umwelt: Klima, Landschaft, 2. Transhumanz: Herdenschutzhunde gehörten in früheren Jahrhunderten üb- licherweise nomadisch (transhumant) lebenden Volksgruppen. Bei jeden Trieb haben die Hunde Gelegenheit, sich mit an der Wanderroute ansässigen Hunden zu vermischen. 3. “Arbeits”bedingungen: Gemeint sind damit, die agraökonomischen Verhältnisse wie Weidegröße, Herdengröße oder Schafart.
Der Ursprung: Unklar..... Und so ist Hartmut Mohr zu zustimmen, der sagt: Letztlich kann man nicht nachvollziehen, wie der Schafpudel entstanden ist. Fakt ist jedoch, der zotthaarige Hütehund ist "stammesgeschichtlich" älter als die anderen Schläge des altdeutschen. Zum Beispiel ist der Harzer Fuchs oder der schwarze Altdeutsche ein ganz anderer Typ von Hund - nicht nur durch das Fell. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zwischen den alten Owtscharkatypen, wie sie z.B. Stephanitz abgebildet hat und dem Pudel Querbeziehungen gibt.
Schäfer sind ja keine Rassehundezüchter und sie haben natürlich auf Hunde, die bereits an der Herde waren zurückgegriffen. Und: Herden und deren Hund wurden ausgetauscht und verkauft. Daher muss man dies als eine Entwicklung über die ganze niederdeutsche Tiefebene sehen, also über jenen Wirtschaftsraum, der durch ähnliche klimatische und agrarökonomische Bedingungen irgendwie zusammengehört.
Also können wir eine Linie von den Vorläufern des PON´s in Polen über den Pommern, über den Hannoveranen und niederrheinischen Pudel bis hin zum Schapendoes ziehen. Geht man davon aus, dass Owtscharkablut im Pudel fließt, könnte man von einer Ost - West "Wanderung" sprechen.
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