Aussehen

Keine festgelegten Rassekennzeichen... Für den Schafpudel gibt es keine genau festgelegten Rassenkennzeichen (etwa einen FCI-Standard). Vielmehr bestimmt seine Verwendung sein Wesen und seine allgemeine Erscheinung.

Die 1938 von Dr. Lüders, Dr. Rassow und Dr. Wieland aufgestellten und 1996 von R. Kaschel überarbeiteten Rassekennzeichen stellen nur eine allgemeine Beschreibung dar.

1.Allgemeine Erscheinung: Ein mittelgroßer, unter- setzter, von der Seite gesehen nicht zu lang gebauter Hund mit ausgesprochenem Zotthaar und Behang. Der ruhige Blick der dunkelbraunen Augen wirkt überaus anziehend.

2. Größe: Rüden 50 - 60 cm Widerristhöhe, Hündin- nen 45 - 55 cm Widerristhöhe. Tiere mit größerer Widerristhöhe sind von der Zucht ausgeschlossen.schapu502

3. Farbe: Alle Farben erlaubt,von weiss bis schwarz, auch Schecken und Schimmel. Nase und Lefzen sollten gut pigmentiert sein.

4. Haar: Sehr dichtes Zotthaar, Unterwolle ist vorhanden. Die Rute ist bis zur Spitze gut behaart.

5. Kopf: Der Kopf wirkt kräftig, eher breitschädelig als lang. Der Fang ist nur mässig lang, sehr kräftig und muss ausgesprochene Kinnbildung zeigen. Der Stirnabsatz soll möglichst flach sein. Von der Seite gesehen darf der Fang vom Ansatz am Schädel bis zur Nasenkuppe sich nur sehr wenig verjüngen. Die Lippen sollen möglichst fest anliegen, starke Lefzenbildung ist nicht erlaubt. Hunde deren Unterkiefer von der Seite aus bei geschlossenem Fang nicht deutlich unter der Oberlippe zu sehen ist, etwa gar darunter verschwindet, sind wertlos und von der Zucht auszuschließen. Das Gebiss muss sehr kräftig sein, die Kiefer normal zueinander stehen, d.h. die unteren Fangzähne müssen in die Lücke vor die oberen Fangzähne greifen, die unteren Schneide- und Eckzähne unmittelbar hinter die Schneidekanten der entsprechenden oberen auf deren Tuberkulum. Vor- oder Zurückbeißen des Unterkiefers bedingt die Bewertung Null. Es ist darauf zu achten, dass die einzelnen Zähne völlig gesund und gut verkalkt sind. Rachitische Zähne oder das sogenannte "Staupegebiß" bedingen ebenfalls Ausschluss von der Zucht. Zu trennen ist hier der Verlust von Zähnen im Alter durch Abnutzung oder durch Unglücksfall. Die Jochbögen müssen deutlich ausgeprägt, die grossen Augen mit festen, gut gefärbten Lidern mehr vorwärts als seitlich gerichtet und dunkelbraun sein ; helle Augen sind nicht statthaft. Der Behang soll breit angesetzt und von guter Länge sein, Stehohren und Kippohren sind unzulässig. Der ganze Kopf ist sehr gut einschliesslich des Fanges behaart.

bild176. Hals: Kräftig ohne Wamme, muskulös mit breitem Anschluss an die Brust. In der Bewegung wird er mehr waagerecht als hoch getragen.

7. Brust, Rücken, Lenden: Die Brust soll tief, breit und lang sein. Man muss unbe- dingt verlangen, dass die Brusttiefe ungefähr 50% Widerristhöhe ausmacht. Die Rippen sollen gut gewölbt sein und weit nach hinten reichen. Der Rücken muss fest, breit und völlig gerade, zum Widerrist in sanftem Schwung ansteigend sein. Senkrücken ist schwerer Fehler. Die Dornfortsätze der Wirbel müssen gut ausgebildet sein. Am Ende des Brustbeins geht die untere Brustlinie unmerklich in die Bauchlinie über, die sanft in die Weichengegend aufsteigt. Kein Schnürleib, besonders bei Hündinnen. Der Rücken geht ohne Absatz in die Lendengegend über, die Lenden sind wieder breit und kräftig. Die Kruppe sanft abfallend.

8. Vorder-Gliedmaßen: Ausschlaggebend für den guten Trab ist die Schulterfrei- heit und damit die Vorhand . Die Vorhand (Schulterblatt, Oberarm, Unterarm, Vor- Mittelfuß) muß von der Seite gesehen tief wirken, d.h. das Schulterblatt soll lang und schräg gelagert, der Oberarm ebenfalls lang sein. Die obere kurze Seite des Schulterblatts liegt etwa in der Gegend des 1.-4- Brustwirbels. Die Gräte des Schulterblatts und der Oberarm bilden zusammen das Schultergelenk, dessen stumpfer Winkel etwa 100pudel6-120° beträgt. Da der Gelenkhöcker des Oberarms im Verhältnis zur Pfanne des Schulterblatts recht groß ist, da ferner die Kapsel des Schultergelenks merkwürdig flach ist, ist das Schultergelenk das freieste Gelenk des ganzen Körpers. Seine Bewegungsmöglichkeit liegt etwa auf einem Kegelmantel, dessen Achse nach vorne, unten und etwas nach außen gerichtet ist. Dieses Gelenk ermöglicht dem Hund Unebenheiten des Bodens auszugleichen. der Vorderlauf ist völlig gerade ohne jede Verbiegung, im Wurzelgelenk etwas nach vorn abgebogen.aribo2

9. Hintergliedmaßen: Auch die Hinterhand soll tief sein. Die Kruppe soll kräftig, breit und leicht abfallend sein. Wichtig ist die Länge des Oberschenkels, der stets länger als der Unterschenkel sein muss, weil nur dadurch ein guter Kniewinkel erzeugt wird. Der Hintermittelfuß soll in einem sehr kräftigen Sprunggelenk, aber etwas steiler als im Knie mit dem Unterschenkel verbunden sein. Mit Rücksicht auf die Arbeitsleistung sollen die Gelenke, besonders das Sprunggelenk rein und trocken, die Schenkel und Armknochen kräftig sein und im richtigen Längenverhältnis zueinander stehen.

10. Muskulatur: Bei einem Gebrauchshund muß die Bemuskelung namentlich an der Schulter, der Lende und den Schenkeln kräftig, wenn natürlich auch nicht übermäßig entwickelt sein.

11. Rute: Lang, alle 20 Wirbel vorhanden, möglichst ohne Haken und tief getragen. Ringelrute über dem Rücken nicht erwünscht.

12. Pfoten: Die Pfoten sollen möglichst kräftig, gewölbt und geschlossen sein, die Krallen hart und gut abgelaufen.