Eine Liebeserklärung

Der Hundekenner Rudolf Löns hat in den 20iger Jahren mehrfach über den Schafpudel geschrieben. Sogar in sein Buch “Natürliche Jagdhundkunde” hat er ein Kapital über den Schafpudel hineingeschmuggelt. Seine Schriften lesen sich stellenweise wie eine Liebeserklärung. Und ohne Rudolf Löns ist der Schafpudel nicht zu verstehen. Daher hier einige Originalkapitel aus seinen Büchern.

Die Urform...ist der Mittelpudel, im Ebenmaß gebaut, der feinste und edelste aller vielseitigen Arbeitshunde, niederdeutschder klügste und vornehmste, der pflichttreueste und auch der Lustigste. Des Pudels Lob singen die ältesten Erzählungen, der schlaue Pudel ist der Hund der Fabel, der treue Hund der Märchen, der Lieblingshund des Hauses und der Kinder. Alles Pudellob des Volksmundes gilt nicht dem städtischen Hauspudel, sondern dem Schäferpudel, denn auch der Hauspudel hat sein Bestes von ihm.

Das Aussehen... Dieser Urpudel ist mittelgroß, 50 – 60 cm Rückenhöhe, die Körpergliederungen ist von wunder- vollem Ebenmaß, der Ausdruck höchster Spannkraft gepaart mit Beweglichkeit, ein flüchtiger Hund, für jede Gangart gleich gut geeignet. Sein Galopp ist ein stolzes Dahinsprengen, sein Trab ein federndes Tänzeln, und sein Sprung ein müheloses Fliegen. Das Haar umwebt ihn wie ein leichter Mantel, es ist wenig mittellang, scschaefer91hlicht seidig, im Winter wollig untermischt, überall gleich lang, nur kurz auf dem Nasenrücken und an den Strümpfen. So hat das Auge, selbst gut geschützt, durch die Überhängenden Stirnlocken, freien Ausblick, und der Lauf wird nicht gehemmt durch den Schmutz und Schnee, der sich gerne um die Fußzotten ballt. Der Stirnzopf ist seidig und fast immer silberweiß, einerlei wie der Hund dann gefärbt ist. Die echten Pudelfarben, silberfahl, blau- oder rotfahl, oft fast bis zum weiß, zieren ihn. Die Hautfarbe ist dunkel, der Rachen und die Lefzen sind schwarz. Die dunkelsten Tönun- gen sind beim echten Pudel weniger häufig, sie sind dann meist heller umrandet, wie die hellen gewöhnlich dunkel verbrämt sind.

Seine Arbeit... All seine Arbeit verrichtet der Pudel mit vollem Bewußtsein; was er einmal gelernt hat, sitzt fest; weitere Anleitung braucht er nicht. Er treibt die Herde vom Stall auf die  Weide, hält sie den ganzen Tag über in Ordnung und bringt sie abends wieder hinein. Seine Fähigkeit reicht für alle nicht zu scharfen Anforderungen des Dienstes aus, nur den zwei Hauptarbeiten der Notzeiten, der Raubtierbekämpfung und der Hut im engen Raum ist er nicht so gewachsen wie seine großen und kleinen Brüder.

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