Familienhund

Der Schafpudel: Ein Arbeitshund!...

Der Schafpudel wurde über die Jahrzehnte für eine bestimmte Aufgabe gezüchtet: Das Hüten. Und diese Aufgabe soll er mit großer Eigenständigkeit ausführen. Eigenständigkeit bedeutet: eine stark ausgeprägte Problemlösefähigkeit, aber auch wenig Bereitschaft sich völlig unterzuordnen.

Und ein Schäfer kann nur die echten Arbeitshunde mit Mumm, Arbeitswillen und Ausdauer gebrauchen, denn so mancher sanftmütige Hütehund, der zum ersten Mal Schafe sah, wurde von den teilweise sehr forschen Schafen in die Flucht geschlagen. Darum wurden, um eine gewisse Härte zu erhalten, immer wieder Schafpudel aus “harten Linien” eingekreuzt. Schäfer kennzeichnen den Schafpudel als “harter Anpacker” und “freudiger Hitzkopf”, dem nichts zuviel wird.

Familie02Der Schafpudel: Ein Familienhund?... Die Beantwortung dieser Frage ist nur möglich, wenn man sich einige grundsätzliche Verhaltenseigenschaften des Schafpudels vor Augen hält.

Ein echter Herdengebrauchshund, wie es der Schafpudel ist, besitzt einen gewissen Wehrtrieb und Verteidigungsdrang, und das nicht nur gegen Schafe! Auch die gesamte Herde oder der Schäfer wird im Ernstfall verteidigt.

jagdHütehunde an einer großen wandernden Herde laufen bis zu 100 km am Tag, bei 50 km liegt oft der tägliche Durchschnitt. Sie müssen daher eine große Ausdauer besitzen und in ihren Bewegungen energiesparend sein.

Der Hütetrieb ist ein durch gezielte Zucht genetisch abgewandelter Jagdtrieb. Das Beutetier wird gestellt, aber nicht angegriffen und getötet. Daraus resultiert u.a. das Umkreisen der Herde bzw. das korrekte “Furche”-gehen des Hundes beim Schäfer. Kein Wunder, dass ein Schafpudel schnell zum Jagdpudel werden kann, wenn man ihm nichts Ayla-008bietet, an dem er sich “austoben” kann.

Schafpudel sind bekannt für ihre Selbständigkeit und ihr Selbstbewußtsein.

Schafpudel besitzen eine sehr ausgeprägte Lernfähigkeit, Geschicklichkeit, ja Klugheit. Das ist für die Schäfer unbedingt notwendig, denn ein Hund, der führig ist, wie es die Hütehunde sind, ist eben sehr willig und lässt sich gut lenken.

Schafpudel sind in Pflege und Ernährung anpruchslos. Sie haben die notwendige Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Wettereinflüsse, da sie bei Wind und Wetter draußen arbeitet. Dies ist wichtig zum Erhalt der allgemeinen Gesundheit und Robustheit.

Die beim Hütehund oft vorhandene Scheu und Vorsicht Fremden gegenüber ist beim Schäfer erwünscht, damit der Hund sich nicht so leicht von seiner Arbeit ablenken lässt und u.a. sicherer in seiner Furche läuft und die Schafe nicht aus den Augen lässt. Außerdem ist er dadurch ein guter Wächter, denn vorsichtige Hunde bellen eher.

huetehund
Schafpudel entwickeln eine starke Rudelbindung, dadurch entsteht eine sehr enge Bindung und extreme Anhänglichkeit des Hundes zu seinen Bezugspersonen und seiner Familie.

Ein Schafpudel muss weiter einen sicheren Griff, sprich Biss zeigen, und zwar dann, wenn ein Schaf gestraft oder auf Befehl vorangetrieben werden muss. Dabei darf er nicht reißen oder zerren, sondern darf nur kurz zuschnappen und muss schnell wieder loslassen, um Schäden beim Vieh zu verhindern.

Der Schafpudel: Ohne Arbeit?.... Der nicht ausgelastete Schafpudel wird,

  • wenn er Gelegenheit dazu hat, alles Bewegliche hetzen
  • im Haus und Garten nur Blödsinn anstellen, weil sein aufgestauter Bewegungs- und Arbeitsdrang sich abreagieren will
  • seinen Triebstau beim geringsten Anlass - meist für den Besitzer völlig unberechenbar – entladen (Die erstaunte Reaktion: “Das hat er ja noch nie gemacht!”)
  • in ihren Familien neurotisch werden, weil sie nicht arbeiten dürfen, zuwenig Auslauf bekommen und vor allem ihr Geist zu wenig gefordert wird
  • irgendwelche Ticks entwickeln, z.B. ständig nicht vorhandene Fliegen in der Luft fangen, hektisch jedes Auto,  jeden Jogger oder Radfahrer verfolgen, Motorräder hüten
  • manchmal aus Frust aggressiv

biss02Der Schafpudel: Ein Familienhund?.....Was ist nun das Fazit aus den Überlegungen. Meines Erachtens ist der Schafpudel: kein “Nur-Familienhund”!

Der Schafpudel eignet sich bei einem entsprechenden Lebensumfeld für die Haltung in der Familie, da ihn ein ausgeglichenes, gutartiges, kinderliebes Wesen auszeichnet. Seine Anhänglichkeit und hohe Intelligenz haben Hundeliebhaber schon immer angesprochen.

Allerdings ist bei dem jetzigen Erbgut der Schafpudel zu erwarten, dass fast alle Welpen sehr gute Veranlagungen zum Herdengebrauchshund (Hüten) haben werden und damit für einen “Nur-Familienhund” nicht oder nur bedingt geeignet sind. Er braucht viel Aufmerksamkeit und eine Aufgabe, die ihn beschäftigt - mit einem abendlichen Spaziergang um den Block ist er sicherlich nicht ausgelastet.

Das bedeutet: Familien, die nur einen Hund “einfach so” oder “nebenbei” haben wollen, ist der Schafpudel denkbar ungeeignet.

Der Schafpudel: Ein Traumhund?

Meine Antwort: “Ja” und nochmals “JA”.

Für  S I E gibt es allerdings ein paar Voraussetzungen!

Zunächst ist es wichtig mit Züchtern und anderen Schafpudelhaltern Kontakt aufzunehmen und sich über diese Hunde ausführlich zu informieren, denn Schafpudel sind keine “einfachen” Hunde. Schauen Sie einfach die Links der Schafpudel-Seiten durch.

Wenn Sie

  • ein sportlicher, aktiver Hundeliebhaber sind
  • gerne durch Ihren Hund geistig und körperlich gefordert werden
  • Ihren Hund auch geistig fordern und fördern wollen (z.B. Rettungshundearbeit, Agyility, Dog Dancing, Fährtenarbeit)?
  • mit ihrem Hund viel Spass haben wollen
  • auch mal Bellen nicht stört
  • zu vollem Einsatz mit ihrem Hund bereit sind
  • an einer gemeinsamen Zusammenarbeit und an einem gemeinsamen Zusammenleben mit Ihrem Hund interessiert sind
  • kein Schmuddelwetter scheuen
  • sich auch in verdreckten Hundeklamotten wohlfühlen
  • und Ihre Wohnung Sand und Schmutz ertragen können
  • sich nicht vor einer konsequenten, hundegerechten Erziehung scheuen und dabei unangebrachte Härte vermeiden
  • einen intelligenten, wachsamen, agilen, ausdauernden, arbeitswilligen, anhänglichen Hund haben wollen, der auch noch knuffig aussieht,

dann haben Sie im Schafpudel ihren Traumhund gefunden!

Und Sie werden nach kurzer Zeit mit Rudolf Löns schwärmen:

“.. und habe doch unter den vielen Hundearten nicht einen einzigen gefunden, der mein ganzes Herz besessen hätte. Nun habe ich endlich einen Schäferpudel”.

Fazit: Einmal Schafpudel immer Schafpudel.